Wie findet eigentlich Heilung in der Psychotherapie statt?

Ganz wesentlich ist die Beziehung zwischen dem Menschen, der Hilfe und Unterstützung sucht und der Therapeutin. Wenn diese Beziehung nicht verlässlich, sicher und authentisch ist, so wird der Hilfe suchende Mensch sich nicht wirklich öffnen und nicht vertrauen können.

Auch der Umgang mit den Abwehrmechanismen und Widerständen, die in der Therapie auftauchen – und natürlich auch in anderen Beziehungen auftauchen – sind von großer Bedeutung. Werden diese nicht willkommen geheißen und wirklich verstanden, sondern eventuell sogar negativ bewertet, wird die Abwehr verstärkt. Dies kann so subtil sein, dass es an der Oberfläche so wirkt, als würde die Therapie wirksam sein. Unter der Oberfläche aber wirkt das versteckte alte Schutz- und Abwehrbedürfnis.

Viele Therapien finden auf rein mentaler Ebene statt. doch auch der Körper und die Gefühle sollten unbedingt mit in die Therapie miteinbezogen werden. Gerade bei seelischen Verletzungen ist der Körper oft erstarrt oder in einer ständigen Übererregung und Unruhe. Außerdem hat der Mensch Angst, von schlimmen Gefühlen überwältigt zu werden. Die Folge ist, dass er kaum mehr was fühlt. Hier braucht es ständiges Miteinander von Kopf, Körper und Gefühl.

Psychotherapie ist kein Ersatz, sondern eine Generalprobe fürs Leben. (Irvin Yalom)